Carolin Koch

Jahrgang 1977, verheiratet

  • Systemische Beraterin (Wispo)
  • Systemische Therapeutin i.A. (Wispo)
  • Stresspräventionstrainerin (Stressmanagement multimodal und systemisch basierend auf dem Stressimpfungstraining nach Meichenbaum 2003)
  • Sprachheilpädagogin M.A.
  • Fortbildungsreferentin

«Mein Wert hängt nicht an meinem Gewicht.»

Meine persönliche Qualifikation

Sehr früh habe ich gelernt, dass Essen ein sehr treuer Begleiter ist – allseits verfügbar, sehr verlässlich.

Ich habe gelernt, Gefühle, die nicht auszuhalten waren, herunterzuschlucken und Bedürfnisse, die nicht erfüllt wurden, mit Essen zu betäuben. Das Loch in meiner Seele war groß und mein emotionaler Hunger auch. Ich habe gelernt, alles, was mir gefehlt hat, mit Essen zu kompensieren, den Schmerz zu betäuben. Ich habe gelernt, mich für Gelungenes mit Essen zu belohnen.

Nicht mehr alles runterschlucken

Mein weiterer beruflicher Weg führt mich nach dem Studium der Sprachheilpädagogik in den Bereich der Neurologie. Hier wurde mein fachliches Spezialgebiet die Dysphagie – die Schluckstörungen! Das Konzept „Schlucken“ hatte ich verinnerlicht. So habe ich kompetent über 10 Jahre in diversen neurologischen Kliniken den betroffenen Patienten das Schlucken von Nahrungsmitteln und Getränken wieder beigebracht und darüber hinaus auch in zahlreichen Fortbildungen zu diesem Thema mein Fachwissen an KollegInnen weitergegeben. Erst nach einer persönlichen Krise habe ich erkannt, dass ich das Schlucken zur Profession gemacht hatte und daraus endlich aussteigen wollte. So konnte ich innerlich beginnen heil zu werden. 2019 habe ich für mich aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen entschieden, mich einer bariatrischen Operation (Schlauchmagen) zu unterziehen und auch körperlich nicht mehr alles herunterzuschlucken.

«Ich bin frei, denn ich bin einer Wirklichkeit nicht ausgeliefert, sondern kann sie gestalten – raus aus der Opferrolle, ich kann gestalten

Paul Watzlawick

Ich mochte mich auch als dicke Frau

Der Prozess, mich selbst anzunehmen und mich lieben und verstehen lernen lag bereits hinter mir.

Ich habe verstanden: Alles gehört zu mir. Ich habe aufgehört mich zu vergleichen. Ich bin die, die ich bin. Und mein Ziel ist es, zu allererst ich selbst zu sein. Es geht nicht darum, den Bildern der anderen von mir zu entsprechen und in ihre Schönheitsideale zu passen.

Heute stehe ich auch zu dem Menschen, der ich früher war. Ich schäme mich nicht für mein früheres Selbst. Ich habe einen entspannten, selbstverständlichen Umgang mit mir und meinem Körper.

Ich habe mich mit allen Seiten meiner selbst versöhnt; ich habe aufgehört, mir Versagen vorzuwerfen. Abnehmen hat nichts mit Leistung zu tun, sondern mit Selbstannahme.

Aus einem schmerzhaften Prozess ist auch bei mir etwas Schönes entstanden! Ich möchte keines dieser Kapitel auf meinem Weg missen, da sie mich zu der Person gemacht haben, die ich heute bin – gerade, WEIL ich diesen Weg mit mir gegangen bin!